Empfehlungen für Werke, die mich beeinflusst oder beeindruckt haben
-
Das GlasperlenspielDie Komplexität und Vielseitigkeit der Erzählung und der Charaktere hat mich sehr beeindruckt. Die Art, wie das Buch ein Leben von Anfang bis Ende umfasst, und das Gedicht, das dieses Leben beschreibt, haben mich zum ersten Mal begreifen lassen, warum Menschen Gedichte so wertschätzen. Das Buch hat mich wirklich sehr berührt und beschäftigt - ich kann nicht genau sagen, warum. Es hat mich beispielsweise dazu gebracht, sporadisch Tagebuch zu führen, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie sehr ich mich verändere. -
Der Richter und sein HenkerIch bin ein großer Dürrenmatt-Fan und finde, dies ist sein bestes Werk. Der Gegensatz zwischen einem absoluten, morallos nihilistischen Charakter und dem von diesem besessenen Polizisten ist brilliant. Insbesondere die Frage, wie weit er geht, um sein Lebensziel zu erreichen, fasziniert mich. -
Flatland: A Romance of Many Dimensions by A. SquareKI übersetzt mit Gemini 3 Flash Dieses Buch erreicht auf beeindruckende Weise zwei Dinge, die den Leser dazu einladen, die Grenzen seiner Wahrnehmung zu hinterfragen: Erstens ist es eine Satire auf die viktorianische Gesellschaft; obwohl ich die Qualität oder Genauigkeit dieser Satire nicht beurteilen kann, ist es dennoch faszinierend, ein Werk zu lesen, das sich an eine Welt richtet, die nicht mehr existiert. Auf diese Weise bietet der Roman ein neues Fenster zu einer Kultur, die uns sonst unverständlich ist, und er tut dies auf eine unkonventionelle Weise. Die zweite Errungenschaft besteht darin, dass der Großteil der Geschichte im zweidimensionalen Raum spielt und damit unsere Wahrnehmung der Realität herausfordert. Es zeigt anschaulich, wie unvorstellbar der dreidimensionale Raum für ein zweidimensionales Wesen wäre, und verdeutlicht damit unsere eigene Schwierigkeit, Dimensionen jenseits der vertrauten drei zu visualisieren. -
FactfullnessDas Buch hat mich sehr beeindruckt, weil es wie wenige Bücher versucht am global-gesellschaftlichen Gesamtbild zu rütteln und das auch gut schaft. Man darf das Buch nicht missverstehen als "Alles wird besser, macht nur so weiter" (als Beispiel nennt das Buch den immer noch sehr relevanten, aber leider aus dem Diskussionalltag verschwundenen Klimawandel (bei dem aber auch Dinge passieren, siehe Speicherausbau)), sondern stattdessen als Korrekturbrille, die (wenn man es so lesen will) es erst ermöglicht zielgerichtet an Schwachstellen zu arbeiten. Ganz entschieden tritt er dabei auch immer dem Bild des "Wir müssen den Armen in XY" helfen entgegen und betont anekdotische deren eigene Perspektive und vorallem Ausblick. Die ersten Kapitel ziehen sich zwar etwas, insbesondere wenn man schon ein wenig Verständnis für das lesen von Statistiken hat, aber danach ist es wirklich Gold wert! Insbesondere hat es mir auch noch mal mit der (in meinem "Milieu" sehr verbreiteten) Kapitalismuskritik zu denken gegeben. Kapitalismus kann sehr gut Skaleneffekte nutzbar machen und das eben auch im Bereich Infrastruktur und Lebensqualität. Dabei geht es natürlich nicht um einen Manchesterkapitalismus und das Buch ist kein Plädoyer für Kapitalismus per se, aber zeigt doch eindrucksvoll das man in manchen Dingen die Kraft des "aktuellen" Systems unterschätzt (solange es Impulse (bspw. Förderung) in die richtige Richtung und keine *brutale* Unterdrückung gibt). Muss ich auf jeden Fall noch mal mehr drüber nachdenken. Zentrales Element ist dabei immer der Nachweis das es nicht "wir" und "die" gibt, sondern es viel mehr ein fließender Übergang in bspw. Lebensqualität ist. Spannend fände ich es die Autoren zu fragen, wie sie es den Ertragen können das Kinderarbeit und schreckliche Arbeitsbedingungen bei uns billige Kleider produzieren. Ich nehme an, die Antwort wäre in etwa "Natürlich ist das schrecklich, aber hoffentlich ist das nur eine kurze Zwischenstufe, die diese Länder schneller durchlaufen, als unsere eigenen Länder es haben." Und wenn das wirklich stimmt, dann rechtfertigt das immer noch nicht den Kauf billiger Kleidung (man könnte das ja noch mehr beschleunigen), aber senkt hoffentlich mittelfristig die Anzahl der Menschen in extremer Armut auf nahe 0. Ich merke ich habe noch einige Dissonanzen zwischen dem Buch und meinem Weltbild (und auch diesem Text), aber ich werde mich langsam an ihnen abarbeiten. Apropo: Ich finde hierbie übertreibt das Buch immer mal wieder und arbeitet sich an Journalisten und "den Medien" ab. -
The Annotated TuringKI übersetzt von Gemini 3 Flash
Dieses Buch macht Turings Originalarbeit sehr zugänglich. Es ist extrem interessant, die Wurzeln eines fundamentalen Konzepts der Informatik zu sehen. Besonders die Unterschiede zwischen den „ursprünglichen“ Turing-Maschinen und den Turing-Maschinen, wie sie in meinen Vorlesungen verwendet wurden, waren faszinierend.
Die Maschinen, an denen Turing interessiert ist, sind „kreisfrei“, was insbesondere bedeutet, dass sie niemals anhalten oder in abwechselnden Schreibvorgängen stecken bleiben, sondern eine Zahl ewig weiterschreiben. Zum Beispiel eine Maschine, die unendlich pi schreibt. Während die Turing-Maschinen, an die ich gewöhnt bin, anhalten und algorithmische Probleme lösen sollen, anstatt „nur“ Zahlen zu berechnen.
Das Buch zeigt die Ursprünge des Lambda-Kalküls und die historischen Hintergründe dieser Konzepte (wie die beteiligten Personen und Arbeiten). Es berührt auch andere Grundlagen wie die Prädikatenlogik erster Stufe und den Unterschied zwischen Intuitionisten und Formalisten.
Im Gegensatz zu vielen Erklärungen von Turings Errungenschaften lieferte dies eine wirkliche Erklärung. Die meisten anderen Erklärungen lassen nicht nur den Übergang zwischen Turing-Maschinen und Prädikatenlogik sowie Turings Argumentation, dass Turing-Maschinen tatsächlich das tun, was unter „Rechnen“ verstanden wird, weg – sie verschweigen auch, dass eigentlich Alonzo Church der Erste war, der zeigte, dass es keine allgemeinen Konzepte gibt, um alle algebraischen Probleme zu lösen.
Es hat mich auch dazu gebracht, mit dem Konzept der reellen Zahlen und ihrer Nützlichkeit (im Gegensatz zu berechenbaren Zahlen) und dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten zu ringen. Ich kämpfe immer noch darum, wieder festen Boden unter den Füßen zu finden, aber es hat definitiv mein Verständnis dafür erweitert, was Zahlen eigentlich sind und wie seltsam das Kontinuum ist. -
A short history of nearly everythingKI übersetzt von Gemini 3 Flash Obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich dieses Buch gelesen habe, erinnere ich mich noch immer daran, wie beeindruckt ich von der schieren Bandbreite der behandelten Themen war, aber auch davon, wie jede noch so trocken erscheinende wissenschaftliche Disziplin als etwas zutiefst Interessantes erscheint. Ich kann dieses Buch wirklich sowohl als gute Lektüre als auch als Funken für ein allgemeines Interesse an vielen Themen empfehlen. -
KI übersetzt von Gemini 3 Flash Während viele der in diesem Buch aufgeführten Essays für Leser, die mit den britischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts nicht vertraut sind, nicht so interessant sind, finden sich dennoch viele, viele ausgezeichnete und zum Nachdenken anregende Essays: „My country left or right“, „The lion and the unicorn“, „Antisemitism in Britain“ und „Notes on Nationalism“, um nur einige zu nennen. Oft bieten sie eine andere Perspektive auf die Gesellschaft und das Leben des Einzelnen oder interessante autobiografische Details. Besonders interessiert hat mich die Lektüre der Aufsätze, die während oder über den Zweiten Weltkrieg geschrieben wurden und in denen George Orwells Ringen um sein Verhältnis zu Großbritannien deutlich wird. -
Horizon Zero DawnIch glaube, was mich daran am meisten fasziniert hat, ist das für mich völlig neue Medienformat. Zwar habe ich durchaus immer wieder Computerspiele gespielt, aber nie eines, das eine Geschichte erzählen wollte. Das tut Horizon Zero Dawn in beeindruckender Weise, in allen Facetten: Sprache, Mimik, Kleidung, Umgebung und Wetter. Hinzu kommt, dass man frei entscheiden kann, was einen interessiert: Ob man über die Lebensweise dieses Volkes mehr lernen möchte oder die Geschichte dieser Person – oder eben auch nicht.
Die Erzählweise ist unglaublich packend und vielschichtig; sie schafft es wirklich gut zu erklären, warum die Welt im Spiel so ist, wie sie ist. Auch wenn die Geschichte selbst sehr unwahrscheinlich wird, da das Spielkonzept es nötig macht, dass „alles“ nur von einer einzigen Person erreicht wird – nämlich dem Charakter des Spielers.
Horizon Zero Dawn ist wahrscheinlich schon ein sehr gutes Spiel dieses Typs, weshalb ich auch von einem Freund dazu überzeugt wurde. Ehrlicherweise muss man jedoch sagen, dass meine Faszination für dieses Spiel zu einem großen Teil daherkommt, dass mir der Typus eines solchen Spiels nicht bekannt war. Ein genauso gutes Spiel, das ich jetzt spiele, würde mich wahrscheinlich nicht mehr so stark faszinieren.
Ich kann es allen Menschen empfehlen, die an neuen Wegen interessiert sind, Geschichten zu erzählen.